Mensch und Natur im fragilen Gleichgewicht
Die Werkserie »Verletzlichkeit« umfasst sechs Gemälde im Format 120 x 80 cm. Sie thematisiert die Zerbrechlichkeit unserer Welt – die Verletzlichkeit der Natur, der Biodiversität und des Menschen. Im Zentrum steht die Wirbelsäule als wiederkehrendes Symbol für Halt, Struktur und zugleich für Verwundbarkeit. In den Arbeiten erscheint die Wirbelsäule in Verbindung mit natürlichen Elementen wie Pflanzen, Insekten, Wasser, Wald und Himmel. Mensch und Natur werden nicht getrennt dargestellt, sondern als Teil eines gemeinsamen, empfindlichen Systems. Die Bilder verzichten auf direkte Darstellungen von Bedrohung oder Katastrophe und arbeiten stattdessen mit poetischen Bildräumen, die zur langsamen Betrachtung einladen.







Die Serie Haltung beschäftigt sich mit dem menschlichen Körper als Ausdruck innerer und gesellschaftlicher Zustände. Im Fokus stehen Kopf- und Nackenhaltungen, Drehungen, Spannungen und Momente des Innehaltens. Die Figuren sind Teil einer Gruppe und zugleich isoliert – sie wenden sich ab, kippen zurück, geraten aus dem Gleichgewicht oder verharren in sich selbst Haltung erscheint dabei nicht als bewusste Pose, sondern als etwas Unwillkürliches: als Reaktion auf Belastung, Anpassung oder Überforderung. In den neueren Arbeiten verschiebt sich der Raum stärker ins Offene und Unbestimmte. Körper verlieren an Orientierung, kippen, lösen sich teilweise auf oder entziehen sich der eindeutigen Zuordnung. Innen und Außen, Nähe und Distanz beginnen zu verschwimmen. Die Serie ist eine fortlaufende Auseinandersetzung mit körperlicher Präsenz, Verletzlichkeit und Würde im sozialen Raum.




Türen als Haltung
Die Arbeiten thematisieren Übergänge – nicht als sichtbare Türen, sondern als innere Zustände. Ein Schritt nach innen oder nach aussen zeigt sich nicht in der Handlung, sondern in der Haltung des Körpers. Die Figuren befinden sich an Schwellen: Sie treten ein, verharren oder wenden sich ab. Räume öffnen sich oder bleiben verschlossen, ohne dass eine Tür sichtbar wäre. Das Dazwischen wird zum eigentlichen Ort der Erfahrung. «In» und «Out» beschreiben keine klaren Gegensätze. Man kann innen sein und sich dennoch ausgeschlossen fühlen. Und man kann außen stehen und dennoch verbunden sein. Die Körper reagieren darauf – oft unwillkürlich – durch Neigung, Abwendung oder Stillstand. Die Tür bleibt unsichtbar, aber ihre Wirkung ist spürbar.



